Demetrius Degen - Seminarleiter und Autor


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Immanuel KantKant, Immanuel


Immanuel Kant
Was ist Aufklärung
Immanuel Kant (geb. 22.4.1724 in Königsberg, gest. 12.2.1804 ebd.), deutscher Philosoph.

Kant stammte aus einer Handwerkerfamilie in Königsberg, der damaligen Hauptstadt des Herzogtums Preußen. Durch die Verbindungen der Mutter zum Theologen Schultz, der Professor für Theologie an der Universität und Leiter des Collegium Fridericianum in Königsberg war, wurde Kant im Jahre 1732 dort aufgenommen und besuchte ab 1740 die Universität. Nach dem Abschluß des Universitätsstudiums der Mathematik, der Naturwissenschaften und der Philosophie, vor allem bei dem Ch. Wolf-Schüler Knutzen, trat Kant verschiedene Stellungen als Hauslehrer an. Zurück an der Universität wurde er am 12.6.1755 öffentlich promoviert und konnte als Dozent tätig werden. Zu dieser Zeit veröffentlichte er sein Werk "Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels", in dem er neben anderen kosmologischen Theorien vermutete, daß die Erdrotation durch den Gezeiteneffekt gebremst wird. Im Jahre 1766 nahm er aus finanziellen Gründen eine Aufseherstelle bei der Königlichen Bibliothek an, die er jedoch 1772 wieder aufgab.
Nach der Ablehnung verschiedener Angebote konnte er 1770 eine endlich freigewordene philosophische Professur in Königsberg übernehmen. Er lehrte Logik, Metaphysik und auch Naturwissenschaften sowie Geographie. Aufgrund seiner religionsphilosophischen Aufsätze, die 1793 unter dem Titel "Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft" erschienen, wurde Kant 1794 durch eine königliche Kabinettsorder wegen "Entstellung der Heiligen Schrift" verwarnt. Ab 1794 zog sich Kant von seiner Vorlesungstätigkeit zurück und widmete sich seinen eigenen Arbeiten. Mehr anekdotenhaft sind Aussagen über Kants äußerst pünktlichen Lebenswandel und seine Pflichtbewußtheit überliefert - sowie die angeblichen letzten Worte: "Es ist gut".
Die Philosophie Kants

Kants gesamte Philosophie wird nach drei Phasen unterschieden: der (1) vorkritischen, in der vor allem naturwissenschaftliche und metaphysische Abhandlungen entstanden sowie erste Arbeiten zur Vernunft- und Wahrnehmungsphilosophie; der kritischen (2) Phase, die mit dem wohl bekanntesten Werk Kants einsetzt, der "Kritik der reinen Vernunft" von 1781, und die mit der Schrift "Die Religion in den Grenzen der bloßen Vernunft" von 1793 endet; und (3) das nachkritische Schaffen mit den veröffentlichten Vorlesungen über Logik und vor allem Pädagogik sowie dem "Opus postumum" (erst 1938 veröffentlicht), das deutlich fragmentarische Züge trägt.
Ausgehend von der metaphysischen Philosophietradition in Deutschland hat Kant seine bedeutende kritische Philosophie entwickelt, die, angeregt durch den englischen Empirismus und den französischen Materialismus, sich verstärkt Fragen der menschlichen Erkenntnis zuwandte. Statt über die objektive Wahrheit des Seins zu spekulieren, geht es in Kants "Kritik der reinen Vernunft" um eine Grenzziehung der menschlichen Erkenntnis und um ihre kategorialen Bedingungen. Kant bezeichnet diese Hinwendung zu den Fragen der Erkenntnismöglichkeit als "kopernikanische Wende". So wie Kopernikus die Stellung von Sonne und Welt neu definierte und eben damit zu korrekten Ergebnissen gelangte, so verändert Kant die Relation von objektivem Sein und subjektiver Erkenntnis, indem er die philosophischen Bemühungen auf letzteres verlagert, statt über die Beschaffenheit des Seins zu spekulieren. Grundlage aller Erkenntnis ist nach Kant die menschliche Erfahrung, die immer in den Kategorien von Zeit und Raum verortet werden kann. Über alles, was diese Grenzen übersteigt, können keine überprüfbaren und damit wissenschaftlichen Ergebnisse formuliert werden. Nur die Anschauungsformen (Raum, Zeit und die Vernunftkategorien) selbst liegen vor aller Erfahrung und bestehen somit apriori. Deren Analyse wird von Kant Transzendentalphilosophie genannt. Eine weitere Trennung, die in der "Kritik der reinen Vernunft" vorgenommen wird, ist die von "Ding an sich" und Erscheinung. Zwar bestreitet Kant nicht die Existenz einer objektiven Dingwelt, wie dies später der subjektive Idealismus tat, doch kann der Mensch aufgrund seiner stets formierten Erkenntnis nur deren Erscheinung wahrnehmen und sich über diese intersubjektiv verständigen. Behauptet man eine sich den Erkenntnismöglichkeiten entziehende "Wahrheit", so führt dies naturgemäß zu sogenannten Antinomien oder unauflösbaren Widersprüchen, die eine Konsequenz unreflektierter Perspektiven darstellen. Erkenntnis bedarf der Begriffe und der Anschaungen, um als Erkenntnis gelten zu können. "Begriffe ohne Anschauungen sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind."
In seiner praktischen Philosophie, der "Kritik der praktischen Vernunft", begründet Kant die Bedeutung der reinen Vernunft für die Praxis der Moral des Menschen. Die Vernunft vermag apriori keine Dinge zu erkennen, sie kann aber ein Regulativ des menschlichen Willens ausbilden. Zwar wird der Mensch auch durch seine natürlichen Bedingungen bestimmt, doch als "intelligibles Wesen" vermag er eine moralische Freiheit durchzusetzen, indem er sich gegen seine natürliche Veranlagung entscheiden kann und dem durch die Vernunft gesetzten Sittengesetz in seiner Handlungsweise folgt. Dieses Sittengesetz ist der kategorische Imperativ. Auch die Bedeutung der Religion wird von Kant in diese moralischen Zusammenhänge integriert.
Mit seiner Moralphilosophie, seiner Analyse der menschlichen Erkenntnismöglichkeiten und den Forderungen nach individueller Autonomie mittels Vernunft wurde Kant zum repräsentativen Vertreter der deutschen Aufklärung. In seiner Schrift "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung" (1783) gibt er die Definition: "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit." Diese Definition impliziert die unbedingte Aufforderung zur Emanzipation von dogmatischen und institutionellen Fremdbestimmungen, die den Forderungen der Vernunft entgegenstehen. Das eben auch die staatlichen Institutionen der Vernunft gemäß eingerichtet werden müssen, formulierte Kant schließlich in der Schrift "Zum ewigen Frieden", in der sich eine republikanische Utopie abzeichnet, die zum Garanten eines dauernden Friedens wird.
Kants Philosophie hatte enormen Einfluß auf die weitere Entwicklung der deutschen und auch europäischen Philosophiegeschichte, insbesondere auf den deutschen Idealismus (z.B. Johann Gottlieb Fichte). Der Neukantianismus zählte bis zum beginnenden 20. Jahrhundert zu den wichtigsten philosophischen Schulen. Noch heute markieren die Theorien Kants in der Philsophie eine entscheidende Position.
Weitere Schriften
"Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik", "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten", "Kritik der Urteilskraft", "Metaphysik der Sitten", "Der Streit der Facultäten", "Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht", "Das Ende aller Dinge", "Von einem neuerdings erhobenen vornehmen Ton in der Philosophie" 



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